Tipps & Checkliste: Was gilt es bei einem gebrauchten Vespa-Kauf zu beachten?

Sie wollen sich eine gebrauchte Vespa zulegen? Gehen Sie unsere Checkliste durch, um einen Fehlkauf zu vermeiden!

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Eine Vespa ist mehr als nur ein Moped. Eine Vespa verkörpert das italienische „dolce vita“. So ein flotter Flitzer ist vor allem im Sommer in der Stadt, aber auch am Land, eine großartige Möglichkeit schnell von A nach B zu kommen. Doch wer sich schon mal nach dem Preis einer Vespa erkundigt hat, der weiß, dass die italienischen Mopeds ziemlich teuer sind. Wer trotzdem nicht auf den „dolce vita“ Lifestyle verzichten möchte, kann sich eine gebrauchte Vespa zulegen. Die gebrauchten Modelle sind oft günstig zu ergattern. Aber Achtung, bevor Sie sich eine gebrauchte Vespa zulegen, informieren Sie sich, worauf Sie beim Kauf ein besonderes Augenmerk legen müssen.

Vespa-Check #1: Lack und Rost prüfen

Achten Sie beim Kauf einer gebrauchten Vespa unbedingt auf die Lackierung! Auch wenn die Vespa frisch lackiert ist und wie neu aussieht, können sich hinter der Lackschicht Mängel, wie Dellen, Kratzer oder nachträglich eingeschweißte Bleche verstecken. Fragen Sie nach, wer, warum und wann die Vespa lackiert wurde. Die gebrauchte Vespa sollte unbedingt fachmännisch lackiert worden sein. Wenn das nicht der Fall ist, könnte die unprofessionell angebrachte Lackierung schnell abbröckeln.

Bei älteren Vespa-Modellen sollten Sie auch nach Rost Ausschau halten. Rost mindert den Wert bzw. macht er die Restaurierung des Mopeds aufwendiger. Checken Sie also folgende Teile der Vespa auf Rostablagerungen:

  • Den Tunnel (Das ist der Bereich zwischen Lenker bis unter die Sitzbank)
  • Die Trittleisten oder Fußmatten
  • Das Beinschild
  • Den Tank
  • Die hinteren Stoßdämpfer

Überprüfen Sie diese Teile sorgfältig, am besten bei Tageslicht und mit Taschenlampe.

Vespa-Check #2: Lenkung genau anschauen

Der Lenkkopf und die Anschläge des Lenkers können mühelos überprüft werden. Die Vespa muss dafür auf dem Ständer stehen. Wenn Sie dann den Lenker hin und her bewegen, darf es keine knackenden Geräusche von sich geben. Außerdem dürfen Sie keinen Widerstand beim Bewegen des Lenkrads spüren. Der Lenker sollte erst beim Lenkkopfanschlag stoppen. Wenn sich der Lenker bis zur Unterseite der Lampe des Beinschilds drehen lässt, ist er kaputt.

Vespa-Check #3: Kupplung und Bremse checken

Auch Kupplung und Bremse sind einfach zu checken. Um die Funktion der Bremse zu überprüfen, einfach die Bremse rechts und die Kupplung links betätigen und einen kurzen Blick drauf werfen. Sämtliche Hebel müssen sich leicht betätigen lassen. Die Seilzüge können Sie übrigens am Hinterrad checken. Wenn die Seilzüge zu dünn oder verschlissen sind, müssen Sie sie höchstwahrscheinlich baldigst austauschen.

Vespa-Check #4: Reifen überprüfen

Die Reifen dürfen keine sichtbaren Beschädigungen aufweisen und der Rundlauf der Räder sollte gegeben sein. Dafür einfach die Räder drehen und schauen, ob sie rund laufen. Checken Sie auch die Profiltiefe der Reifen- Im besten Fall sollte die Profiltiefe mehr aufweisen als die gesetzliche Norm von 1 mm bei 50ern bzw. 1,6 mm. Zum Thema Reifencheck, haben wir einen informativen Artikel für Sie geschrieben.

Vespa-Check #5: Elektrik testen

Eine Vespa ist nicht mit viel Elektronik ausgestattet. Das bisschen, das vorhanden ist, sollte aber auch bei gebrauchten Mopeds in einwandfreiem Zustand sein. Überprüfen Sie also, ob Hupe, Lampe und Blinker fehlerfrei funktionieren. Inzwischen sind neuere Vespa-Modelle auch mit Fernlicht und Bremslicht ausgestattet. Prüfen Sie auch diese auf ihre Funktionsfähigkeit. Die Batterie befindet sich bei Vespas meistens links unten. Diese sollte in korrosionsfreiem Zustand sein. Wenn Sie grade dabei sind, prüfen Sie auch alle Kabel auf ihren einwandfreien Zustand.

Tipps für die Probefahrt

Eine Probefahrt mit der gebrauchten Vespa ist ein absolutes Muss! Nur so können Sie sicher gehen, dass Motor und Co. tatsächlich einwandfrei funktionieren. Dafür muss die Vespa verständlicherweise zuerst mal anspringen. Lassen Sie die zu verkaufende Vespa ruhig ein paar Minuten am Stand warmlaufen. Bei Standgas sollte der Motor rund laufen. Wenn das nicht der Fall sein sollte, liegt das meistens an Falschluft. Der Motor ist also undicht, weshalb eine aufwändige Reparatur notwendig wäre. Folgende Punkte sind bei der Probefahrt ebenfalls zu beachten:

  • Das Anfahren mit der Kupplung muss weich und gleichmäßig sein.
  • Die Schaltung darf keinen Verschleiß aufweisen.
  • Die Gänge müssen sich fehlerfrei einlegen lassen.
  • Die Bremsen müssen gleichmäßig funktionieren.
  • Wenn die Vespa anfängt zu wackeln, weist dies auf fehlerhafte Stoßdämpfer hin.

Nach der Probefahrt gehört auch noch der Ölstand bzw. Ölverlust der gebrauchten Vespa kontrolliert. Der Ölverlust wird zwar nie null sein, wenn es tropft, ist es aber definitiv zu viel.

Zum Schluss: Fahrzeugpapiere und TÜV verlangen

Wenn Sie die Checkliste durchgegangen sind und keinerlei oder nur sehr kleine Mängel verstellen konnten, gibt es noch einen letzten Punkt zu beachten. Überprüfen Sie die Fahrzeugpapiere. Bei einer 50er Vespa gibt es die ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis). Diese muss im Original oder als offizielle Zweitschrift ausgestellt sein. Überprüfen Sie, ob die eingetragene Fahrgestellnummer mit der Rahmennummer übereinstimmen und ob etwaige Tunings und Veränderungen eingetragen sind.

Für eine 80ccm Vespa benötigen Sie außerdem den Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief bzw. Zulassungsbescheinigung Teil I. und II. Diese Vespa-Modelle sind zusätzlich alle zwei Jahre einer TÜV Überprüfung zu unterziehen.

Wenn Sie alle Punkte durchgegangen sind und Sie zufrieden mit der gebrauchten Vespa sind, kommt es zum Kaufabschluss. Vergessen Sie nicht, sich einen stylischen Moped-Helm zuzulegen. Dann steht der ersten Spritztour auch nichts mehr im Weg.

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