Vogelhaus am Balkon: sauber und artgerecht

Tipps & Infos für einen sauberen Balkon und das richtige Füttern

Vogel fliegt zu seinem gelben Vogelhäuschen.png
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Sie haben keinen Garten, wollen vorbeiziehenden Vögeln aber trotzdem eine kleine Raststation bieten? Wenn Sie einen Balkon haben, ist das kein Problem. Es gibt kompakte Vogelhäuser, die selbst auf kleinen Balkonen oder Terrassen Platz finden. Doch ist ein Vogelhaus am Balkon überhaupt erlaubt? Am besten Sie sprechen zuvor mit Ihrer Hausverwaltung. So gehen Sie auf Nummer sicher, dass es nicht zu Konflikten mit Nachbarn oder Vermietern kommt. In den meisten Fällen stellt ein kleines Vogelhäuschen jedoch kein Problem dar.

Allgemeine Tipps zur Vogelfütterung

Zu Beginn möchten wir Ihnen ein paar generelle Hinweise zur Vogelfütterung geben:

  • Menge: Bieten Sie lieber weniger, dafür aber öfter Futter an. So vermeiden Sie, dass das Futter herumliegt.
  • Zeitpunkt: Vor allem im Winter bei geschlossener Schneedecke oder Dauerfrost herrscht großer Futterbedarf. Gute Fütterungszeiten sind beispielsweise früh morgens und nachmittags.
  • Futterkontrolle: Schlecht gewordenes Futter kann Krankheiten verursachen. Überprüfen Sie daher regelmäßig Ihr Vogelfutter.
  • Beständigkeit: Auch der Vogel ist ein Gewohnheitstier. Haben Sie also einmal mit der Fütterung begonnen, hören Sie über die Wintermonate nicht damit auf.
  • Hygiene: Vogelhäuschen sollten regelmäßig einer Reinigung unterzogen werden, denn viele Vögel am selben Ort erhöhen das Risiko, untereinander Krankheiten zu übertragen.
  • Wasserwechsel: Sollten Sie außerdem eine Vogeltränke anbieten, reinigen Sie auch diese regelmäßig, um eine Ausbreitung von Keimen zu unterbinden.

Sie als Balkonbesitzer*in, interessiert vielleicht auch, wie Sie einen kleinen Balkon einrichten oder welche Gemüsesorten Sie bei kälteren Temperaturen am Balkon pflanzen können. Außerdem sorgen unsere Tipps gegen beschlagene Fenster auch im Winter für eine klare Sicht nach draußen. Vogelbeobachtungen am Balkon steht somit nichts mehr im Wege.

Wie locke ich Vögel in das Vogelhaus?

Besonders in der kalten Jahreszeit, zwischen November und Februar freuen sich Vögel über dargebotenes Futter. Vor allem bei Frost und Schnee wird ein Futterangebot in der Regel gerne angenommen. Bei milderen Temperaturen findet das Federvieh noch selbst ausreichend Nahrung, zudem erhöht sich das Krankheitsrisiko am Vogelhäuschen, da sich auch Bakterien bei wärmerem Wetter wohler fühlen. Vögel lassen sich am besten auf den Balkon locken, indem man Futterhäuschen oder -geräte aufhängt oder Vogelfutter auf den Fensterbänken ausstreut. Wichtig ist, das die Futterstelle für Tauben unzugänglich ist, denn wenn diese sich erstmal einnisten, wird man sie nur schwer wieder los.

Wie bringe ich das Vogelhaus am Balkon an?

Ein Vogelhäuschen ist schnell aufgebaut und auch die Befüllung ist ein Kinderspiel. Doch wie befestigen Sie es nun am Balkongeländer? Nehmen Sie ein Stück Rundholz zur Hand – zum Beispiel einen Besenstiel – und montieren Sie an beiden Enden eine Platte. Stellen Sie den Stiel nun aufrecht in einen Blumentopf und beschweren Sie ihn mit Erde. Das Vogelhäuschen schrauben Sie nun auf die obere Platte. Abschließend sichern Sie den Stiel noch mit Kabelbindern am Geländer ab. Auch Schlauchschellen können je nach Bauart des Balkongeländers den gewünschten Effekt bringen.

Sobald Ihr Vogelhäuschen in Betrieb ist, kann es schonmal vorkommen, dass der Balkon schmutzig wird. Achten Sie also unbedingt darauf, die Futterstelle so anzubringen, dass Ihre Nachbarn nicht darunter leiden: Sie sollte keinen Dreck auf dem unter Ihrem gelegenen Balkon verursachen.

So bleibt der Futterplatz sauber

Hier finden Sie nützliche Tipps und Tricks, wie Sie Verschmutzungen gar nicht erst entstehen lassen.

Dos and Don’ts in Sachen Futterauswahl

Vögel können mitunter sehr wählerisch sein, was ihr Futter angeht. Beobachten Sie daher, welche Vogelarten Sie bevorzugt besuchen. So können Sie das richtige Futter besorgen und vermeiden, dass Ihre gefiederten Freunde Körner aussortieren und somit den Balkon verschmutzen. Vorsicht: Vogelfutter ist bei unsachgemäßer Lagerung schnell verderblich. Sollten sich durch zu viel Feuchtigkeit Schimmelpilze oder Bakterien im Futter entwickelt haben, würde dies den Vögeln nicht bekommen. Bieten Sie also nur frisches Vogelfutter an.

Was dürfen Vögel nicht fressen?

Unbedingt zu umgehen sind folgende Nahrungsmittel, da sie für Vögel gefährlich sein können:

  • Brot: Das Gebäck ist zwar nicht giftig für Vögel, enthält aber einen zu geringen Nährwert, was sich mit dem geschäftigen Lebensstil der Vögel nicht vereinbaren lässt. Außerdem quillt es im Magen der Tiere auf.
  • Obstkerne: Im Gegensatz zum Fruchtfleisch von Obst, das für Vögel ein gutes Futter abgibt, sollten Sie nie die Kerne davon zum Fressen anbieten. Grund dafür ist die enthaltene Blausäure. Um Vergiftungen oder Erstickungstod zu vermeiden, sollten Sie bei einer Fütterung mit Äpfeln, Kirschen, Pfirsichen oder Zwetschgen unbedingt zuvor alle Kerne entfernen.
  • Salzige Lebensmittel: Wie auch für den Menschen ist Salz in zu großen Dosen schädlich für Vögel. Mögliche Folgen können unter anderem Austrocknung, Nieren- oder Hirnschäden sein. Reichen Sie daher immer nur unbehandelte Nüsse, niemals gesalzene oder gar Kartoffelchips.
  • Süßigkeiten: Backwaren wie Kekse oder Kuchen sowie Schokolade ist nicht für den Verzehr von Vögeln geeignet. Zum einen sind diese Lebensmittel stark verarbeitet und zum anderen enthalten sie für die Tiere giftige Bestandteile wie Theobromin oder Koffein. Die Folge können Durchfall, Krampfanfälle oder Tod sein.
  • Avocado: Die Nährstoffe des Superfoods, die für den Menschen durchaus gesund sind, verursachen bei unseren gefiederten Freunden eine schwere Atemnot, die zur Erstickung führen kann.
  • Milch: In der Regel sind geringe Mengen nicht schädlich, im Gegensatz zu Säugetieren haben Vögel jedoch Probleme damit, Milch bzw. Laktose zu verdauen. Magenverstimmungen und auch ernstere Erkrankungen können die Folge sein.
  • Fleisch: Manche Vogelarten sind Fleischfresser und benötigen tierische Proteine und Fette. Rohes Fleisch allerdings birgt aufgrund seiner Verderblichkeit die Gefahr, Bakterien zu bilden, die für Vögel tödlich sein können. Zudem kann das Fleisch unerwünschte Gäste wie etwa Ratten oder Marder anlocken. Für eine tierische Nahrungsquelle bieten sich kleine Insekten oder Mehlwürmer an. Pflanzliche Fette sind beispielsweise in Meisenknödeln enthalten.

Futter ohne Schale und Füllstoffe verursacht weniger Abfall

Um Futterabfall zu vermeiden, kaufen Sie am besten Futter ohne Schale. Somit müssen die Vögel die Samen nicht erst aus der Schale entfernen, was herumliegende Samenkapseln zur Folge hätte. Geschälte Sonnenblumenkerne, Haferflocken, geschrotete Erdnüsse und grob gemahlener Mais sind gute Beispiele hierfür.

Auch dieser Tipp zielt auf die Vermeidung von Futterabfall ab: Achten Sie beim Kauf darauf, dass sich möglichst wenig Füllstoffe in der Vogelnahrung befinden. Vögel lassen sich nicht so einfach täuschen und sortieren ihr Futter wohlbedacht aus. Wenn Sie also hochwertiges Futter kaufen, entsteht weniger Abfall beim Aussortieren der Nahrung.

Auffangschälchen halten den Balkon sauber

Ein simpler Trick zu guter Letzt: Legen Sie sich eine Auffangschale zu und befestigen Sie diese unter dem Futterplatz. Das kann auch gut und gerne jegliche Schüssel sein, vom Essgeschirr bis hin zum Pflanzgefäß. Dadurch wird herunterfallendes Futter sowie Kot aufgefangen. Vergessen Sie jedoch nicht, die Auffangschale regelmäßig zu entleeren.

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